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Bauer

"Der Erbunwürdigkeitsprozess" von Stefanie Bauer behandelt die bis dato kaum erörterte
prozessuale Seite der Erbunwürdigkeit nach §§ 2339 ff. BGB.
Wer sich schwerster Verfehlungen
gegenüber dem Erblasser schuldig gemacht hat, soll nicht in
den Genuss der Erbschaft kommen. Diese allgemein
verständliche und moralisch nachvollziehbare Wertung findet
ihren Niederschlag. Neben den materiell-rechtlichen
Voraussetzungen der Erbunwürdigkeit hat der Gesetzgeber in
den §§ 2339 ff. BGB auch die Modalitäten der klageweisen
Durchsetzung der Erbunwürdigkeit geregelt. Dennoch wird die
prozessuale Seite der Erbunwürdigkeit in der einschlägigen Literatur und Rechtsprechung bislang im Vergleich zu den materiellen Voraussetzungen der §§ 2339 ff. BGB nur stiefmütterlich behandelt. Dabei ergeben sich im Bereich der Erbunwürdigkeitsklage, einer zivilrechtlichen Gestaltungsklage im Schnittfeld von Erb- und Prozessrecht, eine Reihe interessanter, teils ungeklärter Fragestellungen.
Die Dissertation bemüht sich um eine umfassende und detaillierte Darstellung der prozessualen Seite der Erbunwürdigkeit und legt einen Schwerpunkt insbesondere auf die Untersuchung der Wechselwirkungen des Erbunwürdigkeitsprozesses mit dem Erbscheinsverfahren und dem nicht selten zeitgleich anhängigen Strafverfahren. Dabei findet eine vertiefte Auseinandersetzung mit der nach wie vor brisanten Frage nach einer Bindung des Zivilrichters an ein rechtskräftiges Strafurteil statt, welche gerade im Zusammenhang mit der Erbunwürdigkeitsklage virulent wird.
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